Die Ausrüstung an Bord

Wer längere Zeit an Bord eines Schiffes verbringen möchte, benötigt dafür eine gute Ausrüstung, die aber meistens zur Standardausstattung bei den Charterbooten gehört. Es ist wie in anderen Lebensbereichen auch. Manches wird vielleicht gar nicht benötigt, aber wenn es nicht dabei ist, dann fehlt es garantiert und andere Dinge hingegen sind einfach unverzichtbar an Bord und werden täglich gebraucht. Komponenten wie Ruderstandsanzeiger,  Tiefenmesser oder Positionslichter sind fest installiert, ihre Funktionsfähigkeit muss aber bei Übernahme des Bootes mit kontrolliert werden.
Es gibt aber auch Komponenten, die nicht fest installiert, aber ebenso wichtig sind.  
Bei der Übernahme des Schiffes wird die Ausrüstung meistens anhand einer Checkliste kontrolliert. Das mag lästig erscheinen, ist aber wichtig. Erst auf dem Wasser festzustellen, dass keine Leinen an Bord sind, könnte für Panik sorgen.

Was an Bord sein muss:
Festmacherleinen - davon sollten es mindestens vier,  zwei Achterleinen und  zwei Vorderleinen, sein. Die Leinen müssen stark genug sein, um nicht bei Sturm zu reißen, aber auch noch dünn und flexibel genug für die Handhabung.

Bootshaken - ein wichtiger Helfer in Notlagen. Sollte an Deck immer bereitliegen, es muss aber nicht ständig damit bei Alltagshandlungen herumhantiert werden. 

Fender - die Zahl der Fender, die beim Festmachen zwischen Boot und Ufer gehängt werden und das Boot vor Schäden schützen sollen, hängt von der Größe des Bootes ab. Bei der Übernahme ist darauf zu achten, dass die Leinen, an denen die Fender hängen, in Ordnung sind und die Schwimmkörper selbst gut aufgepumpt sind. Die Fender werden bei Rückgabe des Schiffes gezählt. Fehlende müssen dann ersetzt werden.
Auch in Charterflotten gibt es inzwischen Boote, deren Schiffsrumpf rundum  mit Tauwerk abgesichert ist. Diese Schiffe kommen in der Regel ohne Fender aus.

Erdhaken, Erdbohrer oder Hering + Schlagwerkzeug
Nicht jede Anlegestelle verfügt über die idealen Festmacher. In Naturhäfen sind die Erdhaken oder Bohrer, die zusammen mit einem dicken Hammer zur Standardausrüstung gehören, ein hilfreicher Ersatz. Allerdings sollten diese beim Ablegen vom Naturplatz dann auch nicht vergessen werden.
Landstromkabel
Die Akkus des Schiffes werden zwar bei der Fahrt aufgeladen, aber nach kurzen Touren und bei längerer Liegezeit im  Hafen ist der Stromanschluss schon wichtig. Die an Bord befindlichen Kabel sind meistens recht lang und mit einem standardmäßigen Eurostecker ausgestattet, der in die Steckdosen der Marinas passt. Achtung: Stromzapfen kostet meistens extra.

Seekarten/Wasserstraßenkarten
Hierzu gibt es ein Extra-Kapitel
>> Route/Karte

Anker mit Kette (oder Leine) und Ankerball

Der Anker gehört zur Grundausstattung, der Ankerball ist meistens eine schwarze Plastikscheibe, die während des Ankerns bei Tageslicht - für andere Skipper gut  sichtbar - anzubringen ist.
Erste-Hilfe-Set
gehört in der Regel ebenfalls zur Grundausstattung des Bootes, aber ein zusätzliches Set mitzunehmen, kann nicht schaden.
Werkzeugkasten
Wer kein Werkzeug benötigt, hat wahrscheinlich einen traumhaften Urlaub. Aber für die Kleinreparatur in Bagatellfällen, die geschickte Heimwerker, schnell selbst erledigen können, ohne den Service anfordern zu müssen, ist ein privater Werkzeugkasten, ausgestattet mit ein paar Schraubenziehern, einer Zange, einer Schere und ein paar Kabelbindern sowie einer Rolle Klebeband, eine gute Ergänzung des Urlaubsgepäcks. Aber: Von Reparaturen an der Maschine, der Fahrzeugelektrik oder der Ruderanlage oder anderer technischer Anlagen an Bord ist dringend abzuraten. Das bleibt Sache des Vermieters! 
Gasflasche
Wird an Bord ein Herd (manchmal auch der Kühlschrank) mit Propangas betrieben, ist darauf zu achten, dass eine gefüllte Gasflasche angeschlossen ist oder als Reserve zur Verfügung steht. Beim Umgang mit dem Gas ist die entsprechende Vorsicht angebracht. Wird der Gasherd längere Zeit nicht benutzt, ist das Ventil an der Flasche zuzudrehen. 

Wasserschlauch
In den meisten Häfen der Niederlande wurden die Schläuche, mit denen man Trinkwasser ins Boot lassen konnte, inzwischen  wegen strengerer Vorschriften (Legionellengefahr) entfernt. Deshalb ist es ratsam, einen mindestens 25 Meter langen Schlauch mit 1/4 Zoll-Anschluss an Bord zu haben. Zur Standardausrüstung gehört dieser jedoch eher selten. Am besten nochmal ein paar Tage vorher beim Vermieter nachfragen. Wichtig: Bei jeder Benutzung muss der Schlauch vorher gut durchgespült werden.  

Schwimmwesten/Rettungsring
Ob die Personen an Bord Schwimmer oder Nichtschwimmer sind, ist völlig egal. Für jedes Crewmitglied muss eine Schwimmweste an Bord sein. Verfügen die Crewmitglieder nicht über eigene Westen, können diese beim Vermieter mit bestellt werden. Wichtig ist dann für die Tour, dass auch jeder weiß, wo seine Schwimmweste liegt. Ein ohne Vorankündigung vom Kaptän testweise ausgerufenes Manöver "Schwimmwesten anlegen“ während der Fahrt gehört bei uns immer dazu.  Und wenn die See mal etwas kabbeliger wird, dann ist das Tragen der Schwimmwesten Pflicht für alle an Bord!
Ein Rettungsring gehört zur üblichen Grundausstattung des Bootes.
Ölzeug/Regenkleidung
Auch wenn sich jeder für seinen Urlaub das schönste Wetter wünscht, kann es auf einer Bootstour auch mal regnen. Gerade in den Niederlanden ist ein kurzer Schauer zwischendurch nicht ungewöhnlich. Für den Schiffsführer und das Deckspersonal, das beim Schleusen und Anlegen hilft, muss dann auch Regenkleidung schnell verfügbar sein. 

Fernglas
Der regelmäßige Blick durchs Fernglas hilft dem Skipper dabei, das Boot auf Kurs zu halten oder diesen rechtzeitig zu ändern. Es sollte aber ein qualitativ gutes Gerät sein. Während der Fahrt muss das Glas für den jeweiligen Steuerer immer griffbereit sein. Damit aber jeder an Bord die Möglichkeit erhält, einen Blick in die Ferne schweifen zu lassen, haben wir bei uns grundsätzlich zwei Ferngläser an Bord. Und zu Beginn einer Tour wird festgelegt, welches das Glas für den Steuermann und welches das "Touristenglas" ist.  
Müllbeutel/Küchenrolle/Toilettenpapier
In kurzer Zeit kommt erstaunlich schnell viel Müll an Bord zusammen. Deshalb ist es ratsam, genügend Müllbeutel dabeizuhaben und jeden Landgang zu nutzen, den Unrat umweltgerecht zu entsorgen. Toilettenpapier ist meistens schon in geringer Menge an Bord, muss also nachgekauft werden. Die bewährte Küchenrolle sollte in der Kombüse nicht fehlen.  
Bettzeug
Bettzeug kann für die gemeldete Personenzahl meistens beim Vermieter kostenpflichtig mitbestellt werden. Wer sich unter eigner Decke wohler fühlt, bringt sie einfach mit. Mit der richtigen Vakuumverpackung lässt sich das Bettzeug im Reisegepäck platzsparend unterbringen.
Logbuch
Hierzu gibt es ein Extra-Kapitel >> 
Das Logbuch 

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